06.07.2009
Ex-Sparkassen-Vorstand wegen Kredits für Franjo Pooth angeklagt
Düsseldorf (ddp.djn). Im Prozess um die Bewilligung von Millionenkrediten für den Unternehmer Franjo Pooth hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf Anklage gegen den ehemaligen Vorstand der Sparkasse Düsseldorf, Karl-Heinz Stiegemann, erhoben. Dem früheren Manager wird Untreue in einem besonders schweren Fall sowie Vorteilsannahme vorgeworfen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Der Sprecher bestätigte damit einen Bericht der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (Dienstagausgabe) in Essen. Die Ermittlungen gegen den Ex-Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Heinz-Martin Humme wurden dagegen wegen mangelnden Tatverdachts eingestellt.Der frühere Sparkassen-Vorstand Stiegemann hat nach
Ansicht der Staatsanwaltschaft Pooth für dessen mittlerweile Pleite gegangene Firma Maxfield einen Kredit in Höhe von insgesamt 9,4 Millionen Euro zugebilligt, obwohl die Kreditgrenze bei 8,5 Millionen Euro gelegen hatte. Im Gegenzug hatte der Vorstand eine Fernsehanlage von dem Unternehmer bekommen.Franjo Pooth war Anfang März vom Amtsgericht Düsseldorf wegen fahrlässiger Insolvenzverschleppung, Untreue, Bestechung im geschäftlichen Verkehr sowie Vorteilsgewährung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muss der Ehemann von Moderatorin Verona Pooth eine Geldauflage von 100 000 Euro an den Insolvenzverwalter seiner früheren Firma Maxfield zahlen.ddp.djn/mbo/jwu18-Jähriger nach Messerattacke auf Schwestern in Haft
Aschaffenburg (ddp-bay). Einen Tag nach der Messerattacke eines 18 Jahre alten Türken auf seine beiden Schwestern in Aschaffenburg hat ein Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen. Wie die Polizei am Montag mitteilte, blieben die Tatumstände und das Motiv des Täters jedoch weiter unklar. Der 18-Jährige machte während der Vernehmung keine Angaben.Bild vergrößernNach einem Familienstreit am Sonntag hatte der 18-Jährige seine beiden Schwestern mit einem Küchenmesser niedergestochen. Off
enbar waren die Mutter, ihr Sohn und die beiden 21 und 22 Jahre alten Töchter in Streit geraten. Die 22-Jährige erlitt lebensbedrohliche Verletzungen, ihre jüngere Schwester konnte das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Der Tatverdächtige war noch in der Wohnung von der Polizei festgenommen worden.Der Zustand der 22-Jährigen war am Montag nach Polizeiangaben stabil. Die Ärzte hätten sie in ein künstliches Koma versetzt, sie schwebe nicht mehr in «akuter Lebensgefahr», hieß es.(ddp)Riskantes Verhalten in sozialen Online-Netzwerken
Bei der Weitergabe ihrer persönlichen Daten verhalten sich viele Nutzer sozialer Online-Netzwerke zu vertrauensselig. Welche Sicherheits-Fallstricke ihnen durch den sorglosen Umgang zum Verhängnis werden können, hat jetzt eine Studie gezeigt. Demnach belassen zwei Drittel der Anwender persönliche Details mit dem Status öffentlich. Somit können Fremde und Suchmaschinen problemlos an diese Informationen gelangen.Riskantes Verhalten in sozialen Online-Netzwerken - d70focus, Flickr Bild vergrößernÜber die Hälfte der Nutzer ist sich zudem nicht sicher, wer auf die Profile zugreifen kann. Etwa ein Drittel der Onliner verrät im Profil mindestens drei perso
nenbezogene Daten und ein Viertel akzeptiert Freundschaftsanfragen von Fremden. Ebenfalls sorglos gehen viele Anwender mit ihren Kennwörtern um: Mehr als jeder Dritte verwendet dasselbe Passwort für unterschiedliche Web-Seiten. Gelingt es einem Angreifer, es auszuspionieren, hat er theoretisch zu allen Benutzerkonten des Betroffenen Zugang. Gegen Viren und andere Computer-Schädlinge sichern 30 Prozent der Web-Nutzer ihre Rechner nicht adäquat ab.Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung, für die das Unternehmen Webroot, ein Hersteller von IT-Sicherheitslösungen, über 1 100 Mitglieder von Portalen wie Facebook, Twitter und MySpace befragt hat.Bätzing warnt vor zunehmender Online-Sucht
Berlin (AP) Exzessives Computerspielen kann aus Sicht der Bundesregierung den Schulerfolg von jungen Menschen erheblich gefährden. «Computerspielabhängige Jungen weisen deutlich schlechtere Schulnoten in Deutsch, Mathematik, Geschichte und Sport auf», sagte die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing am Freitag in Berlin. Außerdem schwänzten abhängige Jungen häufiger die Schule. Nach Ergebnissen internationaler Forscher seien drei Prozent der Jungen und 0,3 Prozent der Mädchen abhängig von Computerspielen. «Die Grenzen zwischen einem modernen und normalen Umgang mit Neuen Medien und einem Suchtverhalten mit Kontrollverlust sind fließend», sagte Bätzing.Im Fokus steht besonders das Online-Rollenspiel «World of Warcraft». In einer repräsentativen Befragung komme das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) zu dem Ergebnis, dass 20 Prozent der Spieler von «World of Warcraft» abhängig oder abhängigkeitsgefährdet seien, erklä
rte die Drogenbeauftragte.Mehr Therapieplätze gefordertBätzing forderte eine Ausweitung der Therapiemöglichkeiten für Online-Süchtige. Es gebe bereits entsprechende Angebote, «es gilt jetzt, die noch auszuweiten», sagte sie der «Mitteldeutschen Zeitung». Als Folge der Sucht würden Sozialkontakte in der realen Welt «auf null reduziert». Die Konfliktfähigkeit bei den Betroffenen sinke, ebenso das Kommunikationsvermögen. Online-Sucht sei mit Glücksspielsucht zu vergleichen, erklärte die SPD-Politikerin.Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware betonte, man habe das Problem exzessiven Spielverhaltens erkannt und biete bereits effektive Kontrollmöglichkeiten, zum Beispiel über sogenannte Zeitbegrenzer. Beim Spielekauf böten Alterskennzeichnungen eine geeignete Orientierung. Der Verband mahnte die Politik, die Medienkompetenz der Jugendlichen zu fördern.© 2009 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved

